Tinnitus: Retraining

Tinnitus: Retraining Mit dem Tinnitus-Retraining Ohrgeräusche ganzheitlich behandeln.

Bei der sogenannten Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) lernen Sie, wie Sie die Ohrgeräusche aus Ihrer Wahrnehmung verdrängen. Diese Therapie zielt darauf ab, dass Sie sich an den Tinnitus gewöhnen und ihn nicht mehr als störend empfinden. Man nennt diese Anpassung an die Ohrgeräusche auch Habituation.

Tinnitus-Retraining-Therapie

Das Tinnitus-Retraining wird zusammen mit verschiedenen Experten durchgeführt. In speziellen Tinnitus-Praxen klärt Sie ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt im ersten Schritt über Ursachen, Symptome und Maßnahmen gegen den Tinnitus auf. Außerdem informiert er Sie über die Retraining-Therapie. So bekommen Sie ein umfassendes Verständnis dafür, was die Ohrgeräusche eigentlich bedeuten. In diesem Schritt werden so auch Ängste abgebaut. Im zweiten Schritt lernen Sie in der Hörtherapie, wie Sie am besten mit den Ohrgeräuschen umgehen. Außerdem sucht ein Hörakustiker zusammen mit Ihnen ein Geräuschgerät für Sie aus. Solche Geräte erzeugen ein „weißes Rauschen“, das den Tinnitus überdeckt und ihn so in den Hintergrund drängt.

Insgesamt besteht das Tinnitus-Retraining aus drei Teilen:

  • Tinnitus-Counseling: Aufklärung und Beratung
  • Hörtherapie: Verhaltenstherapie, Geräuschgeräte
  • Psychotherapie sowie unterstützende Methoden: Autogenes Training, Sport

Tinnitus-Counseling

Eine spezifische Tinnitus-Beratung, das Counseling, steht an erster Stelle des Tinnitus-Retrainings. Da in der Retraining-Therapie der Tinnitus als Wahrnehmungsproblem verstanden wird, soll das Counseling bewusst machen, dass die Ohrgeräusche durch neurophysiologische Prozesse ausgelöst werden. So können Sie genau verstehen, was bei den Ohrgeräuschen in Ihrem Körper passiert.

Durch das Counseling:

  • Lernen Sie ein mehrdimensionales Tinnitus-Model kennen
  • Erfahren Sie, was die Ursache Ihres Tinnitus ist
  • Werden Ihre Ängste abgebaut und Fehlinformationen über den Tinnitus beseitigt
  • Wird Ihnen bewusst, dass Ihr Behandlungsziel das Tinnitus-Vergessen, nicht die Tinnitus-Beseitigung sein muss
  • Erlernen Sie Ablenkungsstrategien, Stressbewältigungsmethoden

Tinnitus: Hörtherapie

Nachdem Sie genau wissen, wie die Ohrgeräusche entstehen, lernen Sie, sich an den Tinnitus zu gewöhnen. Das Habituationstraining soll Ihnen dabei helfen, die Ohrgeräusche nicht mehr als Belastung, sondern als normalen Bestandteil Ihres Lebens wahrzunehmen. Das Training erfolgt meist unter psychotherapeutischer Anleitung: Hier wird aufgezeigt, dass Tinnitus negative Gefühle und Gedanken auslöst. Im nächsten Schritt des Habituationstrainings werden Ihre negativen Gefühle identifiziert. Anschließend trainieren Sie, diesen negativen Gedanken positive Empfindungen entgegenzusetzen:

  • Es gibt schlimmere Dinge als Ohrgeräusche
  • Ich lasse nicht zu, dass der Tinnitus mein Leben bestimmt
  • Ich beschäftige mich mit positiven Dingen und kann so den Tinnitus vergessen
  • Ich kann trotz Tinnitus glücklich sein
  • Der Tinnitus ist etwas Positives, da er mich vor Überlastung warnt
  • Ich kann den Tinnitus aus meiner Wahrnehmung verbannen

Neben dieser psychologischen Komponente kann die Hörtherapie auch die Anwendung von Geräuschgeräten einschließen. Sogenannte Noiser erzeugen ein „weißes Rauschen“. Darunter versteht man Geräusche, die alle Frequenzen in der gleichen Lautstärke beinhalten. Das Rauschen ist neutral, während der Tinnitus dagegen Spitzen in gewissen Frequenzbereichen hat. So wirkt er wie ein Alarmsignal. Der Noiser erzeugt ein Geräusch, das leiser als der Tinnitus ist. Damit man sich an die Ohrgeräusche gewöhnen kann und die Habituation eintritt, muss der Tinnitus nämlich für das Ohr hörbar bleiben. Nur so kann sich das Gehirn darauf einstellen.

Psychotherapie

Bei Patienten, die unter einem dekompensierten Tinnitus leiden, hat es sich etabliert, als dritte Komponente der Retraining-Therapie eine psychotherapeutische Beratung durchzuführen. Sie dient insbesondere dazu, schlimmeren Folgen des Tinnitus, wie Angststörungen und Depressionen, vorzubeugen. Auch hier geht es darum, Ihnen bewusst zu machen, dass Sie etwas gegen die Beschwerden unternehmen können und nicht hilflos zusehen müssen. Ergänzend zur Psychotherapie kommen auch Methoden wie Autogenes Training oder Sport zum Einsatz. So lernen Sie, sich zu entspannen und schaffen positive Gefühle.

Wie Sie mit Hilfe von Entspannungstechniken besser mit den Ohrgeräuschen zurechtkommen, erfahren Sie hier.

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Pflichttexte:
Gingium® intens 120 mg, Filmtabletten: Wirkstoff: Ginkgo-biloba-Blätter-Trockenextrakt. Anwendungsgebiete: Symptomatische Behandlung von hirnorganisch bedingten geistigen Leistungseinbußen. Im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes bei fortschreitender Abnahme bzw. Verlust erworbener geistiger Fähigkeiten mit den Hauptbeschwerden: Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Niedergeschlagenheit, Schwindel, Ohrensausen, Kopfschmerzen (Vor Behandlungsbeginn sollte geklärt werden, ob die Krankheitszeichen nicht auf einer spezifisch zu behandelnden Grunderkrankung beruhen.). Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei arterieller Verschlusskrankheit in den Gliedmaßen (Claudicatio intermittens im Stadium II nach FONTAINE) im Rahmen physikalisch-therapeutischer Maßnahmen. Durch Durchblutungsstörungen oder altersbedingte Rückbildungsvorgänge bedingte/r Schwindel bzw. Ohrgeräusche (unterstützende Behandlung). Enthält Lactose. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! Mat.-Nr.: 2/51003652 Stand: November 2011
Hexal AG, 83607 Holzkirchen, www.hexal.de

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